Europa-Links.EU

Europa. Mit links verstehen, von unten verändern.
Kritisch und kreativ zur Europapolitik. Initiativen und Netzwerke für ein anderes Europa.
Das europäische Bildungsangebot der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Linke Positionen: Gewalt gegen Frauen in der EU

Als Ergänzung zu Programmen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) gibt es seit 2000 das Daphne-Programm. Ziel des Programms ist es, jegliche Form von Gewalt gegen Frauen, Kinder und Jugendliche (von 12 bis 25 Jahren) zu verhüten und zu bekämpfen. Nach den Programmphasen Daphne I und Daphne II läuft nun nach Beschluss (EG) Nr. 779/2007 Daphne III für den Zeitraum 2007-2013 mit einem Budget von 116,85 Millionen Euro. Unterstützt werden Organisationen, die sich gegen Gewalt gegenüber Frauen und Kindern einsetzen. Zielgruppen sind neben Nichtregierungsorganisationen auch Lehrer, Sozialarbeiter, Polizei- und Justizangestellte, medizinisches Personal, Familien und Behörden. In der EU ist bereits jede fünfte Frau mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von Gewalt durch den männlichen Partner geworden. Jährlich verlassen Tausende von Frauen und Kindern ihr Zuhause, weil sie Opfer von Missbrauch wurden. Neben häuslicher Gewalt sind Frauen und Kinder auch in der EU Opfer von Menschenhandel, Zwangsprostitution, Vergewaltigung und Genitalverstümmelung. Gewalt gegen Frauen findet ihren Ausdruck auch in Zwangsehen, sexueller Belästigung am Arbeitsplatz, demütigendem Verhalten, Isolation, Einschüchterung, Tyrannisierung oder Verfolgung. Die Vereinten Nationen haben 1999 den 25. November zum “Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen” erklärt.

Die Europaabgeordneten der LINKEN lehnen Gewalt in jeder Form ab und kämpfen für eine antimilitaristische, feministische und emanzipatorische Politik. Gewalt gegen Frauen, Kinder und Jugendliche ist durch nichts zu rechtfertigen. Die EU muss europaweit die Botschaft vermitteln, dass Gewalt gegen Frauen ein soziales Phänomen ist und nicht nur Opfer und Täter betrifft. Gewalt gegen Frauen muss in der Öffentlichkeit stärker thematisiert werden, beispielsweise durch Kampagnen, die Gewalt nicht als Privatangelegenheit, sondern als ein Thema öffentlichen Interesses darstellen. Wir fordern die Durchsetzung derselben Rechte und gesetzlichen Grundlagen für Migrantinnen, da sie häufiger unter patriarchalen Strukturen und sozial-prekären Verhältnissen zu leiden haben, die oftmals einen Nährboden für häusliche Gewalt darstellen. Es muss ein Rückkehrrecht für ins Ausland verschleppte und zwangsverheiratete Frauen geben, sowie einen eigenständigen Aufenthaltsstatus für Frauen, die sich aus einer Zwangsehe befreien wollen. Wir fordern eine europäische Richtlinie zur Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen, die die Opfer schützt und die Täter angemessen bestraft. Die Unabhängigkeit des europäischen Daphne-Programms muss langfristig gesichert werden und sein Budget wesentlich erhöht. In der Frage des Frauenhandels muss sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene entschiedener vorgegangen werden. Den von Menschenhandel betroffenen Frauen müssen ein gesicherter Aufenthaltstatus und Unterstützung zur eigenständigen Existenzsicherung gewährleistet werden. Frauenrechte sind Menschenrechte und damit nicht verhandelbar!

 

Links: http://www.dielinke-europa.eu/topic/6.positionen-dokumente.html

Quelle: DIE LINKE im Europaparlament


>DIESEN ARTIKEL MERKEN

Du kannst interessante Artikel, Organisationen und Projekte auf den Merkzettel setzen und diesen an die RLS senden. Wir vermitteln Dir dann weitere Informationen und stehen z.B. für Kontakte zu potentiellen Projektpartnern oder als Unterstützung bei der Vorbereitung von Bildungsveranstaltungen zur Verfügung.

MERKLISTE

    >Anfrage abschicken

    Themen

    Organisationen

     

    LINKS

    LUX-2-15-Cover-500-227x282
    Thema Das bisschen Bildung