Europa-Links.EU

Europa. Mit links verstehen, von unten verändern.
Kritisch und kreativ zur Europapolitik. Initiativen und Netzwerke für ein anderes Europa.
Das europäische Bildungsangebot der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Migreurop und No Border

no-border

Migreurope

Am 19. November 2005 wurde das Netzwerk „Migreurop“ nach französischem Recht gegründet. Der Vorstand von Migreurop setzt sich aus neun NGOs und einem Einzelmitglied zusammen.

Hintergrund:

Das starke mediale Interesse am Lager von Sangatte in Calais war für eine Vielzahl von AktivistInnen ein Beispiel der Absurdität der europäischen Migrationspolitik. Es wurde deutlich, dass die begrenzten Aufnahmezahlen dazu führten, dass Migranten unter unwürdigen Bedingungen an wenig bekannten, versteckt gehaltenen Orten und mit extrem eingeschränkter Bewegungsfreiheit lebten. Das Lager von Sangatte war natürlich keine Ausnahme, sondern Teil der überall in Europa praktizierten Ausgrenzung von MigrantInnen. Im Rahmen des im November 2002 organisierten europäischen Sozialforums in Florenz fand ein Seminar zum Thema „das Europa der Lager“ statt. Aus dieser Initiative heraus entstand das Netzwerk Migreurop, ein Zusammenschluss europäischer Forscher und NGOs, das sich für die Offenlegung der systematisch betriebenen Ausgrenzung von illegal in Europa lebenden MigrantInnen einsetzt und die immer größer werdende Anzahl von Abschiebelagern bekannt macht.

Die Arbeit des Netzwerks Migreurop konzentriert sich auf vier Themenbereiche :

  1. Die Zusammenstellung von Informationsmaterialien.
  2. Die Beschreibung der Lagerrealität. Das „Europa der Lager“ bezeichnet den gesamten Apparat, der den Migrationsfluss gewaltsam unterbricht, und es kann verschiedene Formen annehmen: den Grenzübertritt einer Person verhindern, sie unter Hausarrest stellen, sie einsperren, um sie jederzeit abschieben zu können.
  3. Das Bekanntmachen vom „Europa der Lager“ und die Mobilisierung aller Kräfte, die sich gegen diese Entwicklung einsetzen, dies unter Einsatz aller zur Verfügung stehenden Kommunikationsmittel und -wege. Es sollen möglichst viele Menschen Informationen über die Ausgrenzung und Abschiebungen in Europa erhalten.
  4. Durch den intensiven Austausch von Informationen und durch die koordinierte Zusammenarbeit der verschiedenen NGOs auf europäischer Ebene soll dieses „Europa der Lager“ öffentlich gemacht und politisch verändert werden.

Adresse:

Migreurop, 21,ter Rue Voltaire 75011 PARIS- France. www.migreurop.org

contact@migreurop.org

 

No Border

Das no border Netzwerk wurde 1999 gegründet. Der Europäische Gipfel von Tampere im Oktober 1999 und die dort beschlossenen Verschärfungen bei der Bekämpfung der illegalen Einwanderung unter dem Deckmantel der Schaffung eines „Raumes der Freiheit und des Rechts“ (sic!) hat Aktivistinnen und Aktivisten in ganz Europa auf den Plan gerufen. Verschiedene europäische Gruppen forderten Demonstrationen gegen diesen Gipfel. Aktionen und Demonstrationen fanden in acht Ländern statt. Das erste no border Treffen fand dann im Dezember 1999 in Amsterdam statt. Europäische Gruppen und Initiativen können mit dem Netzwerk ihre Aktionen koordinieren, Informationen austauschen und über Migration und Grenzregime diskutieren. Innerhalb des no border Netzwerks wird gegen alle Formen von Ausbeutung gearbeitet. Ziel ist es, Widerstand zu organisieren und eine Plattform für den Austausch von Informationen und Erfahrungen zwischen den verschiedenen Gruppen und Einzelpersonen herzustellen. Dabei werden die politischen Kämpfe vor dem Hintergrund einer emanzipatorischen und antikapitalistischen Perspektive organisiert. Selbstverständlich passiert dies gemeinsam mit den Betroffenen und mit selbst organisierten Gruppen von Migranten. Das no border Netzwerk will Menschen mit unterschiedlichem politischen Hintergrund und verschiedenen Praxen sowie mit unterschiedlichen regionalen Erfahrungen miteinander verbinden.

Herausragende Aktivitäten sind das no border camp, der Internationale Aktionstag immer um den 15. Oktober herum, die Kampagne gegen die IOM und generell der Kampf gegen Abschiebung und Abschiebehaft.

Kontakt in Deutschland:

ag3f/no one is illegal hanau  Kontakt nur per E-Mail ag3f@comlink.org und in Österreich: http://no-racism.net/noborderlab/

Autor: Ramona Hering

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